Donnerstag, 18. Juli 2013

GIERSCH



AEGOPODIUM PODAGRARIA



Wer kennt den Giersch nicht als lästiges Gartenunkraut. Eine Pflanze, die fast nicht zu bekämpfen ist, jedes Wurzelstück treibt wieder neu aus. Doch wer zarte Gierschblätter schon mal im Salat, in der Suppe oder als Auflauf probiert hat, der möchte ihn dann eigentlich gar nicht mehr loswerden. Der Giersch ist eines unserer besten Wildgemüse. Sein Geschmack erinnert an eine Mischung aus Karotten und Petersilie. Aus der feinen Wildkräuterküche nicht mehr wegzudenken.


Vorkommen: Wie viele andere vitale Wildkräuter wächst der Giersch fast überall: an Hecken, in feuchten Gebüschen, an Wald- und Wegrändern, Flussufern und natürlich, wie schon erwähnt - in Gärten.

Anmerkung: Wegen seiner Blattform wird der Giersch auch „Geißfuß“ genannt. Seine 3-teiligen, länglich, eiförmigen Fiederblätter mit gezähntem Blattrand unterscheiden sich auch deutlich von denen anderer Doldenblütler.

Foto: © wiesengenuss
Sein lateinischer Name „Podagraria“ bedeutet Gicht. Angeblich soll er vorbeugend dagegen helfen. Der Giersch war im Mittelalter, neben den Melden das wichtigste Gemüse, bevor es Spinat gab. Heute ist er in Vergessenheit geraten und gilt nur noch als lästiges Unkraut. Einziger Trost: man kann ihn essen... Ihn regelmäßig abzuernten, bzw. abzumähen ist auch die einzige Art, wie man in loswerden kann - falls man das überhaupt noch möchte.

Inhaltsstoffe: Der Giersch ist wie viele Wildgemüse reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sein Vitamin C Gehalt ist 15 mal so hoch wie der des Kopfsalats. Der Provitamin A-Gehalt (Carotin) ist 5 mal so hoch. Außerdem enthält er noch ätherische Öle.

Ernte: Geerntet werden kann der Giersch fast das ganze Jahr über. Die essbaren, zarten, hellgrünen Blätter wachsen ab März bis in den Oktober hinein immer wieder nach. Die Blütezeit ist von Mai bis September.


In der Küche: 
Foto: © wiesengenuss


Der Giersch ist eine der köstlichsten Wildgemüse Arten. Sein aromatischer Geschmack erinnert an eine Mischung aus Petersilie und Möhre. Für Salat eignen sich vor allem die jungen, noch nicht ganz entfalteten Blätter. Die ausgewachsenen Blätter sind zu grob. Für Wildgemüse können auch ältere Blätter und die Stiele verwendet werden. Der Giersch ist vielseitig einsetzbar für alle Gerichte, für die sonst Petersilie, Spinat oder Möhren verwendet werden. So beispielsweise als Wildspinat, für Aufläufe, Quiches, Wildkräuterstrudel, Suppen, Eintöpfe und vieles mehr!


Vorsicht: Es gibt einige giftige Vertreter der Doldenblütler Familie mit ähnlichen Blüten, wie zum Beispiel der Schierling, deshalb genau auf die Blattform achten. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist der dreieckige Blattstiel des Gierschs.







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