Samstag, 27. Juli 2013

KERBEL, WIESENKERBEL



ANTHRISCUS SYLVESTRIS




Bei dieser Pflanze ist Vorsicht geboten, sie ist leicht mit dem giftigen Schierling zu verwechseln! Die beiden Pflanzen sind sich wirklich sehr ähnlich. Man sollte den Kerbel schon sehr genau kennen, bevor man ihn erntet. Eine Verwechslung kann tödlich sein.

Die Doldenblütler, zu denen der Wiesenkerbel gehört, sind eine formenreiche Gattung, deren Vertreter sich teilweise nur in winzigen Details unterscheiden. Selbst für Botaniker ist es schwer, sie auseinander zu halten. Neben den essbaren Kräutern wie dem (Garten-)Kerbel (Anthriscus cerefolium), der Wilden Möhre (Daucus carota), dem Kümmel (Carum carvi) und der Pastinake (Pastinaca sativa), gibt es Pflanzen wie den Wiesenbärenklau  (Heracleum sphondylium), bei dem man schon Vorsicht walten lassen sollte, denn sein Saft kann zu phototoxischen Reaktionen führen und eine sogenannte "Wiesendermatitis" auslösen. Und dazu gibt es ganz ungenießbare oder sogar extrem giftige (!) Exemplare, wie der oben schon erwähnte Schierling (Conium maculatum), die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und der Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum). Schon die Volksnamen dieser letztgenannten Pflanzen drücken ihre Ungenießbarkeit aus.
Foto: wiesengenuss


Vorkommen: Der Wiesenkerbel wächst verbreitet auf gedüngten, nicht zu trockenen Wiesen, an Gebüschen und Waldrändern sowie in Hochstaudenfluren. Er mag eher halbschattige und feuchte Standorte.
Vorsicht: Auch der Schierling wächst an diesen Stellen!


Inhaltsstoffe & Aroma: Der Kerbel enthält sehr viel Vitamin A, Vitamin C und ist reich an Mineralstoffen. Der wilde Wiesen-Kerbel hat einen etwas herb-bitteren Geschmack als der Echte Kerbel, die jungen Blätter riechen beim Zerreiben wie eine Mischung aus Karotte und Anis.


In der Küche: Die jungen Blätter des Wiesenkerbels können von März bis Mai geerntet werden. Besonders zart und aromatisch sind die ganz jungen, noch zusammengefalteten Blättchen, die aus dem Inneren des Kerbels herauswachsen. Auch die Blütenknospen und der Blütenstielansatz sind vor dem Ausreifen eine Delikatesse.

Kulinarisch ist der Wiesenkerbel nicht ganz so wertvoll wie der Gartenkerbel, kann aber ebenso wie er in der Küche verwendet werden. Besonders gut eignet er sich als Würze für Wildkräutersuppen, Quark, Salate und für Wildgemüse. Sobald er anfängt zu blühen, sollte man ihn nicht mehr verwenden, er wird dann bitter.















 

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