Samstag, 27. Juli 2013

MELDE



CHENOPODIUM ALBUM


Die Melde wird auch „Weißer Gänsefuß“ genannt, da ihre zarten Blätter wie mit Mehl bestäubt aussehen. Sie gehört zur formenreichen Gattung der „Gänsefüße“. Seit der jüngeren Steinzeit sind sie Kulturbegleiter. Als Ursprungsgebiet wird der Himalaja vermutet. Von hier aus haben sich diese Pflanzen mit den neolithischen Ackerbauern über die ganze Welt verbreitet. Viele alte Wildgemüsesorten, wie der Gute Heinrich (Chenopodium bonus-henricus), die südamerikanische Quinoa (Chenopodium quinoa) oder der Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum) gehören dazu. Letzterer war noch bis zum ersten Weltkrieg in europäischen Gärten heimisch. Zu Goethes Zeiten waren die Melden ein verbreitetes Volksgemüse und wurden auf den Märkten als Spinat verkauft. Erst später wurden sie von dem aus Mittelasien eingeführten sogenannten „Echten Spinat“ verdrängt. Dieser gehört übrigens ebenfalls zu den Fuchsschwanzgewächsen.  

Anmerkung: Die Melde ist ein klassisches „Unkraut“. Die einjährige Pflanze ist unglaublich vital und wächst praktisch überall, vor allem auf sogenannten Pionierstandorten. Sie liebt offene und nährstoffreiche Böden, die gerade frisch umgegraben oder durchgepflügt wurden. Zum Beispiel Gartenbeete, Äcker, gemulchte Rebzeilen, Schuttplätze und Erdhügel. Auch an Ufern und in Waldschlägen wächst sie gerne. Aus ihren kleinen Samen wachsen in Windeseile neue Pflänzchen heran. Die Melde ist jedoch harmlos und kann im Jugendstadium leicht herausgezogen werden. Erst später bildet sie eine kräftige Pfahlwurzel aus.  

Foto: © wiesengenuss
Inhaltsstoffe: Die Melde ist wie viele andere Wildkräuter wesentlich gesünder als der herkömmliche Spinat. Sie ist reich an Proteinen, Carotin und Vitamin B und Mineralstoffe. Im Vergleich zum Spinat enthält sie dreifach mehr Vitamin C, anderthalbfach mehr Kalium, doppelt soviel Calcium, fast doppelt soviel Magnesium. Wegen ihres Oxalsäuregehaltes sollte die Melde, ähnlich wie Spinat, nicht im Übermaß genossen werden.  

Ernte: Die Melde ist ein Wärmekeimer. Die jungen Blättchen können ab dem späten Frühjahr bis in den Herbst hinein geerntet werden. Sie blüht von Juni bis September.  



In der Küche: 

Foto: © wiesengenuss
Die Melde ist ein sehr feines und schmackhaftes Wildgemüse. Sie erinnert im Geschmack an eine Mischung aus jungem Kohlrabi und jungen Erbsen, mit einem leicht nussigen Aroma. Die zarten Blätter wirken wie mit Mehl bestäubt und eignen sich besonders gut als „Wildspinat“ – nur ganz kurz andünsten und mit Butter servieren. Ähnlich wie der Spinat, nur milder, macht sie sich als aromatische Beilage für Fisch besonders gut. Auch als Füllung für Ravioli, Maultaschen und Gemüsestrudel lässt sich Melde hervorragend verwenden. Einem Wildkräutersalat oder einer -suppe geben die Meldenblättchen ein feines Aroma.








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