Sonntag, 2. August 2015

TOMATILLO SALSA mit frischem Koriander und Thunfisch

Foto © Werner Latussek

Aus Südbaden, genauer gesagt, der Ortenau, bekam ich neulich frisch vom Feld ein paar seltsam aussehende grüne Tomaten geschenkt. Ihr Name ist „Tomatillos“. Damit konnte ich zunächst nichts anfangen, was macht man daraus? Die Früchte sahen mit ihrer sternförmigen papierartigen Hülle eigentlich eher aus wie große grüne Kapstachelbeeren, auch unter dem Namen Physalis bekannt. Das weckte natürlich sofort mein botanisches Interesse. Ist das nun eine Mischung aus Tomaten und Physalis, sind beide miteinander verwandt. Wo kommt die Pflanze ursprünglich her?


BOTANIK

Der lateinische Name der Tomatillo ist Physalis philadelphica. Sie ist gehört zur Gattung der „Blasenkirschen“, hier auch unter dem Namen Physalis bekannt. Wie die Tomate, mit der sie
Foto © Werner Latussek
tatsächlich verwandt ist, gehört sie zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu denen auch die Paprika und die Kartoffeln gehören. Ursprünglich stammen sie wie diese aus Mittelamerika und Mexiko. Markant ist ihre laternenförmige Fruchthülle, die ähnlich aussieht wie die der Kapstachelbeere (Physalis peruviana) und der der nicht essbaren Lampionblume (Physalis alkekengi), die vor allem zur Dekoration genutzt wird.


ANBAU

Da die Tomatillos , ähnlich wie die Tomaten frostempfindlich sind, ähneln sich deren Anbaubedingungen, wobei es die Tomatillo noch etwas wärmer mag. Bei Voranzucht im März, kann die Pflanze ab Mitte Mai ins Freiland.
Wie schon erwähnt ist die ursprüngliche Heimat der Tomatillo Mittelamerika und Mexiko. Dort und in Indien, Australien, Südafrika und im Süden der USA werden Tomatillos kultiviert. Es sind dort sogar auch teilweise verwilderte Exemplare zu finden. Die Pflanzen wachsen vom auf Meeresniveau bis in Höhen von 2600 Metern, wenn sie die entsprechenden klimatischen Bedingungen finden.


VERWENDUNG

Am besten erntet man die Tomatillo unreif, eben wenn sie noch grün ist. In diesem Zustand färbt sie Saucen schön grün. Daher eignet sie sich als Hauptzutat für eine Salsa verde. Solange sie grün ist, hat die Tomatillo ein säuerlich würziges Aroma, das gut zu Salaten passt. Eine leckere Zubereitungsmöglichkeit ist auch gekochte Tomatillo in deftigen Suppen, Eintöpfen und Saucen. Um ein noch intensiveres Aroma zu erhalten, können Sie die Tomatillo rösten. Bei uns ist die Tomatillo meist nur in Dosen im Handel erhältlich. Es ist aber möglich, die Pflanze selbst im Garten anzubauen. Ausgereift erhält die Tomatillo eine gelbe Farbe und schmeckt dann deutlich süßer als eine Tomate. Der Geschmack geht sie dann sogar in Richtung Stachelbeere.
Quelle: Essen & Trinken/Tomatillo


Foto © Werner Latussek

TOMATILLO SALSA
mit frischem Koriander und Thunfisch

10 frische Tomatillos, Papierartige Hülle und ggf. Strunk entfernen
3 Knoblauchzehen
100 ml Wasser
2 Chillischoten, grün und rot, Stiel und Kerne entfernt und halbiert
3 EL Chiliöl
Saft von einer Limette 
1 Bund frischer grüner Koriander
1 TL grobes Meersalz oder Fleur de Sel


Tomatillos, Knoblauch und Wasser in einen Topf geben und bei hoher Temperatur aufkochen. Hitze reduzieren und 10-15 Minuten köcheln, bis Tomatillos zusammenfallen. Überschüssiges Wasser abgießen.

Die Korianderblätter vom Stiel ablösen, kurz abbrausen und trockenschütteln.

Die Chilies halbieren, je nach Schärfewunsch die Kerne herausnehmen, und die Chilies in kleine Stücke schneiden.

Alles zusmmen in eine Schüssel geben, mit Limettensaft, Chiliöl und Salz nachwürzen und mit dem Stabmixer nicht zu fein pürieren. 

Dazu passen kleine festkochende Kartöffelchen mit der Schale in Meersalz, besser noch Fleur de Sel, gekocht (nach Kanarischer Art) und leicht angebratene Thunfisch Steaks.


Foto © Werner Latussek




GESCHICHTE

Die erste botanische Beschreibung der Tomatillo reicht in das Jahr 1651 zurück, als Francisco Hernandez zwei verschiedene Pflanzen erwähnt, die von den Azteken als 'tomatl' bezeichnet wurden. Das Wort wurde wahrscheinlich generisch für runde Früchte oder Beeren mit vielen Samen und saftigem Fruchtfleisch verwendet. Dabei handelte es sich höchstwahrscheinlich vor allem um die Tomatillo und die Tomate (Solanum lycopersicum). Die Gattung Physalis wurde 1753 von Carl von Linné beschrieben, ihr wurde 1786 durch Jean-Baptiste de Lamarck die Tomatillo als Physalis philadelphica zugeordnet. Die später beschriebenen Arten Physalis aequata Jacq. (1844), Physalis violacea Carr.(1882) und Physalis ixocarpa Brot. ex Hornem wurden als synonym eingestuft.
Quelle: Wikipedia.

Bereits in der Zeit vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer wurde die Tomatillo als Nahrungsmittel genutzt, wahrscheinlich wurde sie sogar umfangreicher domestiziert als die Tomate. Später geriet sie mehr und mehr in Vergessenheit. Gründe dafür waren wahrscheinlich die kräftigere Farbe und die höhere Fäulnisresistenz der Tomate. Zudem sind die Verwendungsmöglichkeiten der Tomate vielseitiger, da die Tomatillo meist nur zusammen mit Chilis zubereitet wird.


IN DER KÜCHE

Die Tomatillo-Frucht wird vor allem in den Küchen Lateinamerikas verwendet. Besonders beliebt ist sie in der mexikanischen Küche, wo sie vor allem als Zutat für verschiedene Salsasund Gemüsepfannen verwendet wird. Die Frucht wird geerntet, bevor sie komplett reif ist, da sie mit der Reife eine Süße ausbildet, die für die meisten Verwendungsgebiete nicht erwünscht ist. Meist wird die Frucht in Verbindung mit Chilis zubereitet, da sich zum einen der Geschmack beider Früchte ergänzt, zum anderen die Schärfe der Chilis etwas gemildert wird. Die Frucht kann bis auf den Stielansatz und die Kelchblüte komplett verwendet werden. Meist wird sie gekocht oder gegrillt, sie kann aber auch roh gegessen werden.

Teile der Pflanze können giftig sein. Jedoch sollte die Tomatillo nicht mit der unreifen, grünen Tomate verwechselt werden (obwohl sie manchmal so bezeichnet wird), denn unreife Tomaten sind wegen ihres Solanin-Gehalts giftig.


Foto © Werner Latussek








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